Ein vollständiges betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) begleitet Mitarbeitende von der Vorbeugung bis zur Wiedereingliederung nach Krankheit. Zwei der vier Bausteine sind gesetzliche Pflicht für jeden Betrieb, zwei sind freiwillig – entfalten in der Praxis aber oft die größte Wirkung auf Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden. Diese Seite ordnet alle Themen ein und zeigt, wo Sie selbst ansetzen können und wo externe Fachleute gefragt sind.
Viele Angebote am Markt konzentrieren sich bewusst nur auf ein einzelnes, angenehmes Thema – etwa mentale Gesundheit oder Vorsorge-Checks. Die gesetzlichen Pflichtthemen Arbeitsschutz und Wiedereingliederungsmanagement bleiben dabei oft außen vor, obwohl hier bei Versäumnissen echte rechtliche Risiken drohen. Diese Seite deckt bewusst alle 4 Bausteine ab – auch die unbequemen.
Warum sich das lohnt: Psychische Erkrankungen verursachen laut aktuellen Krankenkassen-Reports mit die längsten Ausfallzeiten aller Diagnosegruppen, Rückenschmerzen und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören seit Jahren zu den häufigsten Ursachen für Fehltage. Ein systematisches BGM wirkt dem nachweislich entgegen – und stärkt gleichzeitig die Bindung von Fachkräften in Zeiten spürbaren Personalmangels.
Begriffe, die Ihnen beim Lesen unbekannt vorkommen, finden Sie im Glossar – oder halten Sie einfach die Maus über den unterstrichenen Begriff im Text.
Für viele der Themen auf dieser Seite braucht es externe Fachleute – Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Coaches, Fachanwälte und weitere Spezialisten. Im BGM-Netzwerk finden Sie sie deutschlandweit auf einer Karte.
Nein. Arbeitsschutz und BEM sind Pflicht unabhängig von der Betriebsgröße, die freiwilligen Bausteine können schrittweise eingeführt werden.
Zuerst die gesetzlichen Pflichten sauber aufsetzen (Gefährdungsbeurteilung, BEM-Prozess) – hier drohen bei Versäumnissen rechtliche Nachteile. Die freiwilligen Bausteine lassen sich danach schrittweise ergänzen, am einfachsten dort, wo der Aufwand für Sie am geringsten ist.
Bei fehlender Gefährdungsbeurteilung drohen Bußgelder durch die Aufsichtsbehörde. Wird kein BEM angeboten, verschiebt sich bei einer späteren krankheitsbedingten Kündigung die Beweislast deutlich zulasten des Arbeitgebers.
Ja. Jeder Arbeitgeber kann bis zu 600 € pro Mitarbeitendem und Jahr steuerfrei für zertifizierte Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen einsetzen (§ 3 Nr. 34 EStG), zusätzlich gibt es eine Sachbezugs-Freigrenze von 50 € pro Monat. Voraussetzung: die Leistung wird zusätzlich zum Arbeitsentgelt erbracht und erfüllt die Qualitätskriterien der Krankenkassen.
Gesetzliche Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, Betriebe beim Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen zu unterstützen – erster Ansprechpartner ist oft die kostenlose Erstberatung über die BGF-Koordinierungsstelle. Der Firmenservice der Deutschen Rentenversicherung (0800 1000 453) berät kostenfrei zu Prävention, BEM und BGM-Strukturen. Auch die gesetzliche Unfallversicherung berät und unterstützt beim Arbeitsschutz.
Ab 20 Beschäftigten muss ein Arbeitsschutzausschuss eingerichtet werden, der mindestens vierteljährlich tagt. Mitglieder sind in der Regel Arbeitgeber, Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte und die Personalvertretung.
RV Fit ist ein kostenloses, mehrphasiges Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung für Berufstätige mit ersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen (z. B. durch Bewegungsmangel, Stress oder Ernährung). Es kombiniert stationäre bzw. ganztägige Phasen mit berufsbegleitendem Training über insgesamt rund 6 Monate. Mehr unter rv-fit.de.
Ja – im BGM-Netzwerk finden Sie Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Coaches, Fachanwälte und weitere Spezialisten aus den Bereichen der 4 Bausteine, deutschlandweit durchsuchbar.
Ja – oben auf dieser Seite finden Sie 5 interaktive Checklisten (Arbeitsschutz, Gefährdungsbeurteilung, BEM-Verfahren, BGM-Einführung, steuerliche Förderung). Sie passen sich Ihrer Betriebsgröße und Situation an und laufen komplett im Browser, ohne Anmeldung.
Aktuell bauen wir das Netzwerk gezielt durch persönliche Einladungen auf. Wenn Sie Interesse haben, schreiben Sie uns gerne an info@uwe-kerner.de.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.