Bewegung im Arbeitsalltag
Kurz erklärt: Bewegungsmangel im Arbeitsalltag – vor allem bei sitzenden Tätigkeiten – ist einer der Haupttreiber für Muskel-Skelett-Erkrankungen und damit für Fehlzeiten.
Wie viel Bewegung wird empfohlen?
Die WHO empfiehlt Erwachsenen mindestens 150–300 Minuten moderate Bewegung pro Woche (z.B. zügiges Gehen, Radfahren) oder alternativ 75–150 Minuten intensiveren Sport – plus mindestens 2 Tage Krafttraining für die wichtigsten Muskelgruppen. Die deutschen Bewegungsempfehlungen (BZgA/Bundesgesundheitsministerium) orientieren sich an diesen Werten: mindestens 150 Minuten pro Woche körperlich aktiv sein, was nicht zwingend Sport sein muss – auch Radfahren, Wandern oder Gartenarbeit zählen.
Was Bewegungsmangel im Betrieb kostet
Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Nach dem KKH-Gesundheitsreport 2024 verursachten sie rund 142 Fehltage je 100 vollversicherte Mitglieder – ein Anstieg von fast 20 % gegenüber 2019 (rund 118 Tage). Die Häufigkeit der Diagnose hat ebenfalls zugenommen: 2019 war etwa jeder 13. Beschäftigte betroffen, 2024 bereits jeder 8. Als Risikofaktoren gelten neben Bewegungsmangel auch einseitige Belastung, langes Sitzen oder Stehen und Übergewicht.
Was können Betriebe tun?
- Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung (höhenverstellbare Tische, Beratung durch Fachleute)
- Bewegungspausen fest im Arbeitsalltag verankern (z.B. kurze Dehnübungen)
- Kooperationen mit Fitnessstudios oder Physiotherapiepraxen
- Bewegungsfreundliche Besprechungskultur (z.B. Walking-Meetings)
Quellen: Weltgesundheitsorganisation (WHO), Bundesministerium für Gesundheit / BZgA (bundesgesundheitsministerium.de), KKH-Gesundheitsreport 2024 (kkh.de).