Vorsorge & Früherkennung im Betrieb
Kurz erklärt: Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sollen Erkrankungen entdecken, bevor Beschwerden auftreten. Für Betriebe ist das Thema relevant, weil frühzeitig erkannte Erkrankungen kürzere und planbarere Ausfallzeiten bedeuten als spät erkannte.
Was übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung?
Die gesetzlichen Krankenkassen bieten feste Krebsfrüherkennungsprogramme an, deren Umfang der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verbindlich festlegt:
- Gebärmutterhalskrebs: Frauen 20–34 Jahre jährlicher Pap-Abstrich, ab 35 Jahre alle 3 Jahre ein Ko-Test (Zytologie + HPV-Test)
- Darmkrebs: ab 50 Jahre alle 2 Jahre iFOB-Test (Stuhltest), alternativ Darmspiegelung
- Lungenkrebs: neu seit 2026 – Risikogruppe 50–75 Jahre mit langjährigem, starkem Rauchen (mind. 15 Packungsjahre), jährliche Niedrigdosis-Computertomographie
Diese Programme sind wertvoll, aber lückenhaft: Sie zielen auf einzelne Krebsarten und feste Altersgruppen. Andere Tumorarten, jüngere Beschäftigte oder Personen ohne die genannten Risikofaktoren fallen durch das Raster.
Kostenlose Ergänzung: RV Fit der Rentenversicherung
Für Mitarbeitende, bei denen erste gesundheitliche Beeinträchtigungen die berufliche Leistungsfähigkeit gefährden (z. B. durch Bewegungsmangel, Stress oder Ernährung), bietet die Deutsche Rentenversicherung mit RV Fit ein komplett kostenloses Trainingsprogramm an. Teilnehmen kann, wer aktuell beschäftigt ist und in den letzten zwei Jahren mindestens sechs Monate Pflichtbeiträge gezahlt hat. Das Programm läuft in vier Phasen über insgesamt rund sechs Monate – teils ganztägig (bezahlt freigestellt), teils berufsbegleitend. Anmeldung unter rv-fit.de.
Was können Betriebe zusätzlich anbieten?
Über eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) lassen sich zwei Bausteine ergänzen, die genau dort ansetzen, wo die gesetzliche Vorsorge endet:
Ambulante Vorsorgeuntersuchungen: Erstattung für private Vorsorgeleistungen, die die GKV nicht oder nicht vollständig zahlt. Beim HanseMerkur Company Fit als Baustein ab 2,80 €/Monat (BKV), erweitert 6,90 €/Monat (BKVP).
Krebs-Scan (BKZY): Kombiniert den PanTum Detect®-Bluttest mit bildgebenden Verfahren (MRT/PET/CT) zur Abklärung bei auffälligem Ergebnis. Wichtig für die richtige Erwartungshaltung, auch laut HanseMerkur selbst: Der Bluttest liefert einen ersten Hinweis, keine Diagnose. Er ersetzt die bestehende Krebsvorsorge nicht, sondern ergänzt sie. Bei akutem Verdacht auf eine Tumorerkrankung ist immer ein Facharzt die richtige erste Anlaufstelle.
Konditionen Krebs-Scan (Stand Tarifblatt MAK 260 10.24): 19,83 €/Monat für Mitarbeitende von 18–69 Jahren, 37,60 €/Monat ab 70 Jahren. Keine Gesundheitsfragen, keine Wartezeiten, ab 5 Mitarbeitenden möglich, Familienangehörige können mitversichert werden.
Ihr nächster Schritt
Sie möchten wissen, welcher Baustein zu Ihrem Betrieb passt? Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch mit Uwe Kerner.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss (g-ba.de), Kassenärztliche Bundesvereinigung (kbv.de), Bundesministerium für Gesundheit (bundesgesundheitsministerium.de), HanseMerkur (hansemerkur.de/krebs-scan, hansemerkur.de/bluttest-krebs-pantum-detect, Tarifblatt MAK 260 10.24), Leitfaden zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der Deutschen Rentenversicherung (5. Auflage, 08/2025)