Alphabetisches Nachschlagewerk für Fachbegriffe rund um BGM, bKV und gesetzliche Krankenversicherung. Von jeder Artikelseite aus per Tooltip (Mauszeiger auf den unterstrichenen Begriff) direkt abrufbar, hier zusätzlich ausführlicher erklärt.
AU-Tage
Arbeitsunfähigkeitstage – die Anzahl der Tage, an denen Beschäftigte krankgeschrieben sind. Wichtige Kennzahl in Gesundheitsreports der Krankenkassen, meist angegeben je 100 Versicherte.
Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
Verfahren nach § 167 Abs. 2 SGB IX: Arbeitgeber müssen es anbieten, sobald ein Beschäftigter innerhalb von 12 Monaten länger als 6 Wochen arbeitsunfähig war. Ziel ist, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden und den Arbeitsplatz zu erhalten. Freiwillig für den Beschäftigten.
Bildgebende Verfahren
Untersuchungsmethoden wie MRT (Magnetresonanztomographie) oder PET/CT, die Organe und Gewebe sichtbar machen. Werden z.B. eingesetzt, um einen durch einen Bluttest entstandenen Tumorverdacht genauer abzuklären und zu lokalisieren.
Bonusheft
Nachweisheft über regelmäßig wahrgenommene jährliche Zahnvorsorge-Untersuchungen. Bei 5 Jahren lückenloser Führung steigt der gesetzliche Kassenzuschuss zum Zahnersatz von 60 % auf 70 % der Regelversorgung, bei 10 Jahren auf 75 %.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Fachgesellschaft, die auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Ernährungsempfehlungen für Deutschland herausgibt – bekannt durch die ’10 Regeln‘, seit 2024 weiterentwickelt zu den DGE-Empfehlungen mit DGE-Ernährungskreis.
Dioptrie
Maßeinheit für die Brechkraft einer Linse bzw. die Stärke einer Sehschwäche. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Sehhilfen bei Erwachsenen erst ab 6 Dioptrien (Kurz-/Weitsichtigkeit) bzw. 4 Dioptrien (Hornhautverkrümmung).
Festzuschuss
Fester Betrag, den die gesetzliche Krankenkasse zum Zahnersatz zahlt – unabhängig davon, welche Versorgung tatsächlich gewählt wird. Bemessungsgrundlage ist immer die Regelversorgung, auch wenn eine hochwertigere Versorgung gewählt wird.
Freigrenze (vs. Freibetrag)
Bei einer Freigrenze wird bei Überschreitung der GESAMTE Betrag steuer-/abgabenpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil – anders als bei einem Freibetrag, bei dem nur der übersteigende Teil betroffen ist. Die 50-€-Sachbezugsgrenze für bKV-Beiträge ist eine Freigrenze.
Gefährdungsbeurteilung
Gesetzlich vorgeschriebene systematische Ermittlung von Gefahren am Arbeitsplatz nach § 5 ArbSchG. Gilt für jeden Betrieb ohne Ausnahme; seit der Gesetzesnovelle 2013 müssen dabei ausdrücklich auch psychische Belastungen berücksichtigt werden.
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Oberstes Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen in Deutschland. Legt verbindlich fest, welche Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen müssen – u.a. die Krebsfrüherkennungsprogramme.
Hamburger Modell
Verfahren zur stufenweisen Wiedereingliederung nach längerer Krankheit: Der Arbeitnehmer arbeitet mit ärztlich festgelegter, ansteigender Stundenzahl, gilt dabei aber weiterhin als arbeitsunfähig und erhält Kranken-, Übergangs- oder Verletztengeld statt Gehalt.
Härtefallregelung
Bei Einkommen unter einer festgelegten Grenze (2026: 1.582 € für Alleinstehende) übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bis zu 100 % der Regelversorgung beim Zahnersatz statt der üblichen 60–75 %.
iFOB-Test
Stuhltest, der verstecktes, mit bloßem Auge nicht sichtbares Blut nachweist. Wird im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge ab 50 Jahren alle 2 Jahre angeboten, als möglicher Hinweis auf Darmkrebs-Vorstufen.
Krankengeld
Ersatzleistung der gesetzlichen Krankenkasse ab der 7. Woche einer Krankschreibung (nach Ende der 6-wöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber): 70 % des Bruttogehalts, maximal aber 90 % des Nettogehalts, gedeckelt auf aktuell (2026) 135,63 €/Tag, für bis zu 72 Wochen.
Lohnfortzahlung
Pflicht des Arbeitgebers, bei Krankschreibung eines Angestellten 6 Wochen lang das volle Gehalt weiterzuzahlen. Danach übernimmt die Krankenkasse mit Krankengeld, das niedriger ausfällt als das reguläre Nettogehalt.
Muskel-Skelett-Erkrankungen
Erkrankungen von Rücken, Gelenken und Muskulatur, häufig durch Bewegungsmangel, einseitige Belastung oder schlechte Ergonomie begünstigt – regelmäßig unter den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland.
PanTum Detect®
Bluttest zur Krebsfrüherkennung, der die Enzyme DNaseX und TKTL1 misst, die bei vielen Tumoren vermehrt gebildet werden. Liefert laut Hersteller HanseMerkur einen ersten Anfangsverdacht, der mittels bildgebender Verfahren abgeklärt werden muss – er ersetzt nicht die bestehende ärztliche Krebsvorsorge und ist kein Diagnoseinstrument.
Pflegezeitgesetz (PflegeZG)
Gesetz, das Beschäftigten gestaffelte Freistellungsansprüche zur Pflege von Angehörigen einräumt: kurzzeitige Arbeitsverhinderung (10 Tage, jede Betriebsgröße), Pflegezeit (6 Monate, ab 15 Beschäftigten), Familienpflegezeit (24 Monate, ab 25 Beschäftigten).
Regelversorgung
Die medizinisch notwendige, ausreichende und wirtschaftliche Standardversorgung bei Zahnersatz, auf deren Kosten sich der gesetzliche Festzuschuss berechnet – unabhängig davon, welche (ggf. höherwertige) Versorgung tatsächlich gewählt wird.
Sozialversicherung (SV)
Sammelbegriff für die gesetzlichen Versicherungszweige Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Bei der Pauschalversteuerung von bKV-Beiträgen nach § 40 EStG fällt Sozialversicherung an – anders als beim steuerfreien Sachbezug bis 50 €/Monat.
Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchung
Untersuchungen, die eine Erkrankung – vor allem Krebs – erkennen sollen, bevor Symptome auftreten. Je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser stehen in der Regel die Heilungschancen.