Wer sich hauptberuflich selbstständig macht, kann frei entscheiden, ob er in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung bleibt – unabhängig vom Einkommen. Für viele ist das eine echte Weichenstellung, bei der sich ein genauer Blick lohnt. Es gibt mehrere gute Gründe, die private Krankenversicherung gerade für Selbstständige als ernsthafte Option zu betrachten.

Ein deutlich höheres Leistungsniveau

Der wichtigste Punkt ist das Leistungsspektrum: schnellere Facharzttermine, einfacherer Zugang zu Spezialisten und modernen Behandlungsmethoden sowie deutlich höhere Zuschüsse bei Zahnersatz und Sehhilfen. Gerade für Selbstständige, die im Krankheitsfall oft niemanden haben, der sie vertritt, kann ein schneller Zugang zu medizinischer Versorgung viel wert sein.

Junge, gesunde Versicherte profitieren besonders

Wer jung und gesund in die private Krankenversicherung einsteigt, kann oft mit vergleichsweise günstigen Einstiegstarifen starten. Wichtig dabei: Der niedrige Beitrag sollte nicht das Hauptargument sein – auch private Tarife werden über die Jahre teurer, ähnlich wie in der gesetzlichen Versicherung.

Der entscheidende Unterschied liegt aber in der Planbarkeit. In der PKV sind die Beiträge für Selbstständige relativ verlässlich kalkulierbar. In der gesetzlichen Versicherung dagegen werden die Beiträge zunächst auf Basis eines geschätzten Einkommens festgelegt – verdient man im Lauf des Jahres mehr als angenommen, drohen nachträgliche Beitragserhöhungen. Die Differenz muss dann nachgezahlt werden, und dabei kann es schnell um vierstellige Beträge gehen. Dieses Risiko entfällt in der privaten Krankenversicherung komplett.

Auch am Anfang der Selbstständigkeit eine Option

Viele, die gerade erst starten, zögern verständlicherweise: Das Einkommen ist noch unsicher, die Zukunft des eigenen Geschäfts schwer einzuschätzen. Trotzdem kann sich ein Blick auf die private Krankenversicherung auch in dieser frühen Phase lohnen.

Der Grund: Die Tarifvielfalt der privaten Versicherer deckt praktisch jede Lebensphase ab. Für den Start in die Selbstständigkeit gibt es schlankere Tarife, die eine solide ambulante und stationäre Versorgung bieten, ohne alle Extras gleich mitzunehmen. Wer auf bestimmte Wahlleistungen verzichtet, einen passenden Selbstbehalt wählt und das Krankentagegeld nicht zu hoch ansetzt, hält den Beitrag überschaubar.

Läuft das eigene Geschäft dann wie gewünscht, ist später ein Wechsel in einen umfassenderen Tarif möglich. Wer von Anfang an einen passenden Optionstarif abschließt, kann diesen Wechsel sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung vornehmen – ein Vorteil, der sich gerade mit zunehmendem Alter oder bei gesundheitlichen Veränderungen auszahlen kann.

Fazit

Die private Krankenversicherung ist für Selbstständige kein Alles-oder-Nichts. Mit der passenden Tarifwahl lässt sie sich flexibel an die jeweilige Lebens- und Geschäftsphase anpassen – vom günstigen Einstieg bis zum späteren Ausbau der Leistungen.

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